Neue Golf-Landesmeister stehen fest

Mit 14 unter Par gewinnt der Österreicher Alexander Ströher die Liechtenstein Open 2025 überlegen. Den Sieg bei den Damen holt sich die Türkin Deniz Sapmaz im Stechen gegen die Deutsche Sophie-Charlott Hempel. Die Liechtensteiner Landesmeistertitel gehen an Sebastian Schredt und Christine Tinner-Rampone.

Am vergangenen Wochenende wurden die Liechtenstein Open des Golfverband Liechtenstein (GVL) und die Liechtensteiner Golf-Landesmeisterschaft wieder einmal zeitgleich und auf dem gleichen Platz, dem Heimplatz des GVL in Gams-Werdenberg, ausgetragen. Bei der Liechtenstein Open winken den Siegern wertvolle Punkte fürs World Amateur Golf Ranking (WAGR); diese müssen über drei Runden (54 Löcher) verdient werden. Die Landesmeisterschaft ist ebenfalls offen ausgeschrieben, führt aber nur über zwei Runden (36 Löcher). Bei der Titelvergabe gibt es Einschränkungen. Landesmeisterin oder Landesmeister kann nur werden, wer die Liechtensteiner Staatsbürgerschaft besitzt oder mindestens seit einem Jahr in Liechtenstein wohnt und Mitglied des GVL ist.

Acht Damen und 20 Herren erfüllten diese Bedingungen und kämpften am Samstag und Sonntag um die Titel in den Kategorien Aktive, Seniorinnen, Senioren und Boys. (Insgesamt nahmen 34 Herren und neun Damen am Turnier teil.) Die Liechtenstein Open startete bereits am Freitagmittag. Zehn Damen und 31 Herren stellten sich dieser Herausforderung und freuten sich über einen bestens präparierten Platz. Angesichts des Starkregens in der Nacht auf Freitag war dies alles andere als selbstverständlich: «Unsere Greenkeeper haben bis in die frühen Morgenstunden Wasser aus den Sandbunkern gepumpt, um allen Teilnehmenden einen adäquaten Parcours bieten zu können», erklärte Clubmanager Reiner Horlacher. 

Überragender Ströher, Hole-in-One von Liu Michel

Die Liechtenstein Open wurde seit 2018 jeweils auf drei Plätzen in drei Ländern gespielt. Der geplante Umbau der Greens in Bad Ragaz zwang den GVL als Organisator für 2025 eine andere Lösung zu suchen. Die Verantwortlichen entschieden sich deshalb Liechtenstein Open und Landesmeisterschaft wieder in einem Turnier durchzuführen. Diese Entscheidung wurde vor allem von den aus dem Ausland angereisten Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr begrüsst, reduzierte sich dadurch doch der logistische und zeitliche Aufwand deutlich –drei unterschiedliche Plätze bedingten bislang auch drei Proberunden. Die internationalen Topamateure dankten es mit spektakulärem Golf.

Der Österreicher Alexander Ströher zündete am Freitag ein Birdie-Feuerwerk, blieb in der Auftaktrunde fehlerfrei und unterschrieb eine 65er-Karte. Mit 66 Schlägen am Samstag baute er seine Führung aus und blieb mit 71 Schlägen auch in der Finalrunde unter dem Platzstandard. 14 unter Par fürs Turnier bedeuteten acht Schläge Vorsprung auf die nächsten Verfolger und den klaren Sieg bei der Liechtenstein Open 2025. «Der Platz war in einem unfassbar guten Zustand und es hat unglaublich viel Spass gemacht, hier zu spielen. Für mich hat dieses Wochenende wirklich alles zusammengepasst», erklärte der glückliche Sieger nach dem Turnier. Er komme nächstes Jahr bestimmt wieder, um seinen Titel zu verteidigen. Ströher fand viel Lob für die Organisatoren und noch mehr für seinen Mitspieler aus Liechtenstein: «Ein spezielles Dankeschön von meiner Seite auch an den Captain des GVL – er ist ein grossartiger Mensch.»

GVL-Captain Sebastian Schredt lief bei dieser Liechtenstein Open zur Höchstform auf. Der GVL-Captain lag nach der Auftaktrunde mit 68 Schlägen auf Rang 3, fiel mit einer Parrunde am Samstag auf Rang 4 zurück, verbesserte sich am Sonntag mit einer 70er-Karte aber auf den geteilten zweiten Platz. Bei der Medaillenvergabe musste Schredt allerdings dem Westschweizer Victor Liu Michel den Vortritt lassen: Dank einer 68 am Schlusstag durfte Liu Michel die Silbermedaille in Empfang nehmen, Schredt sicherte sich Bronze.

Dem 17-jährigen Romand Victor Liu Michel gelang zudem der Schlag des Turniers. Am Finaltag schlug er auf der 123 Meter langen Bahn 7 den Ball mit einem Pitching Wedge vom Tee direkt ins Loch. «Es war ein wirklich guter Schlag. Ich habe den Ball perfekt getroffen. Bei leichtem Gegenwind ist er hinter der Fahne aufgekommen und einen Meter zurück ins Loch gerollt», erzählte er strahlend vom zweiten Hole-in-One seiner Karriere.

Sapmaz siegt im Stechen

Bei den Damen musste die Siegerin der Liechtenstein Open 2025 in einem Stechen ermittelt werden. Nach drei Runden lagen die Liechtenstein-Open-Gewinnerin von 2023, die Deutsche Sophie-Charlott Hempel, und die Türkin Deniz Sapmaz mit jeweils drei über Par an der Spitze des Klassements. Im Play-off zeigte die Deutsche dann aber Nerven und die Türkin sicherte sich mit einem Par am ersten Extraloch den Titel. «Es waren einmal mehr grossartige Tage hier in Liechtenstein und auf dem Golfplatz Gams-Werdenberg», sagte Sapmaz bei der Siegerehrung. Sie hatte mit ihrem Team vor Jahresfrist in Gams-Werdenberg bereits die European Team Shield Championship gewonnen und sich in den Platz verliebt. Sie habe bei der Liechtenstein Open grundsätzlich gut gespielt, am Finaltag auf den zweiten Neun aber etwas geschwächelt. Bronze im Damenbewerb ging an die Türkin Sude Bay.

Die Schweizerin Vanessa Auf der Maur, die am Freitag mit einer 68er-Karte brilliert und am Samstag mit einer 74er-Karte ihre Führung verteidigt hatte, erwischte einen rabenschwarzen Sonntag und fiel mit einer 80er-Runde auf Rang 4 zurück. Auch für die Titelverteidigerin Seraphine Müller aus Bern lief es nicht nach Wunsch: Sie wurde mit einem Schlag Rückstand auf Auf der Maur Fünfte. Beste Liechtensteinerin war GVL-Nationalspielerin Lisa Sele auf Rang acht.

Landesmeistertitel für Schredt und Tinner-Rampone

Hoch spannend verlief der Kampf um den Landesmeistertitel bei den Herren. Titelverteidiger und Seriensieger Elias Schreiber, der insgesamt acht Titel, davon sechs in Folge gewonnen hat, erwischte mit 75 Schlägen am Samstag einen suboptimalen Start ins Turnier. Zur Halbzeit lag er hinter Sebastian Schredt und Gian Zech zurück, die mit jeweils einer Parrunde (72 Schläge) in diese Landesmeisterschaft gestartet waren. Am Sonntag zeigte der Titelverteidiger dann aber seine Klasse, lag nach 17 Löchern bei 5 unter Par für den Tag, musste jedoch auf der 18 einen Drei-Putt hinnehmen und eine 68er-Karte unterschreiben. Somit reichte Sebastian Schredt am Sonntag eine 70er-Runde, um nach 2013 und 2015 zum dritten Mal Liechtensteiner Golf-Landesmeister zu werden.

Bei den Damen war die Angelegenheit klarer: Christine Tinner-Rampone gewann in Abwesenheit der Titelverteidigerin Anna Eggenberger überlegen – zum vierten Mal nach 2009, 2013 und 2019. Bei den Seniorinnen gelang Cornelia Fassold-Gantner die erfolgreiche Titelverteidigung. Eine klare Angelegenheit war auch das Turnier der Senioren: Christoph Schredt – der Vater von Sebastian Schredt – setzte sich gegen Titelverteidiger Joachim Gantner und den früheren Skiweltcupsieger Markus Foser durch. Auch bei den Boys kam es zu einer Wachablösung: Titelverteidiger Fernando Roth musste dieses Jahr Sebastian Marxer den Vortritt lassen.

GVL-Präsident Peter Tinner blickt mit Stolz und Freude auf ein gelungenes Wochenende mit hochklassigem Golfsport zurück. Bei der Siegerehrung am Sonntag zeigte er sich erfreut über die hohe Teilnehmerzahl und bedankte sich für das viele Lob vonseiten der Spielerinnen und Spieler: «Ich verspreche euch, die Liechtenstein Open wirde auch 2026 wieder stattfinden. In welchem Format, werden wir in den nächsten Wochen entscheiden.»

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